DIE KOMPANIE DER ALTEN GRENADIERE: HISTORISCHE URSPRÜNGE UND DARSTELLUNG

Histoire : Présentation par le Lt Michel Jenny et le Sgt Bernie Perroud . Photographies : Marc Fries

Das Grenadierkorps, die Elite der Genfer Miliz, wurde 1686 gegründet. Im Jahr 1747 wurde diese lokale Elite wieder eingesetzt, nachdem sie aufgrund eines geringfügigen Vorfalls, der damals als Rebellion galt, zwei Jahre lang alle Ehrenrechte verloren hatte. Im Oktober 1749 beschlossen vierzehn Grenadiere, sich neben ihren beruflichen Tätigkeiten und ihrem Dienst im Korps zu treffen, um ihre Verbundenheit zu pflegen. Der Grenadierkreis, aus dem später die Gesellschaft der Alten Grenadiere hervorging, war geboren. Heute ist sie eine der ältesten patriotischen Gesellschaften Genfs und trägt das Motto: „Heimat–Familie–Freundschaft.“

 

 

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Bis 1896 traten Grenadiere nie in Uniform auf. In diesem Jahr fand in Genf die Schweizerische Landesausstellung statt, und sieben Mitglieder der Gesellschaft trugen Genfer Grenadieruniformen. Die militärische Sektion der Gesellschaft, die spätere Kompanie der Alten Grenadiere, befand sich damals in der Entstehung.

Die seitdem getragene Uniform hat bis heute nur geringe Veränderungen erfahren. Sie symbolisiert die Zeit zwischen Ende 1813 (Restauration der Republik Genf) und dem ersten kantonalen Militärgesetz von 1818. Die Stadt erholte sich von fünfzehn Jahren französischer Besatzung. Mit dem Einmarsch der Truppen des Direktoriums im April 1798 verschwanden die Grenadiereinheiten vorübergehend aus der Miliz. Diese, seit 1796 Nationalgarde genannt, behielt ihren Namen und ihre Gliederung, stand jedoch unter französischem Einfluss. Genf wurde zur Hauptstadt des französischen Départements Léman.

Im Oktober 1801 wurden vier Grenadier- und vier Jägerkompanien als Eliteeinheiten der Nationalgarde neu geschaffen. Sie übernahmen fast alle Aufgaben der Miliz: Wachdienst anstelle der französischen Garnison, Unterstützung der Feuerwehr und Begleitung der Behörden bei offiziellen Anlässen. Im September 1805 führte eine neue Reorganisation zur Bildung einer Léman-Legion mit sechs Kohorten, zwei davon in Genf. Die Stadt verfügte nun nur noch über zwei Grenadier- und zwei Jägerkompanien im regulären Dienst, während die sechzehn Füsilierkompanien nur im Notfall eingesetzt wurden. Am 30. Dezember 1813 waren es vor allem die beiden Grenadierkompanien, die beim Abzug der französischen Truppen und beim Eintreffen der österreichischen Truppen anwesend waren. Die Genfer Grenadiere behielten ihre Uniform weitgehend bei, entfernten jedoch rasch alle französischen Symbole: rote Genfer Aufschläge ersetzten die weißen, die französischen Kokarden wurden durch schwarze des alten Genfer Regimes ersetzt (1815 durch rot-gelbe), und der kaiserliche Adler verschwand vom Bärenfellhelm.er Am 1. Juni 1814 begrüßten die Grenadiere am Port-Noir die eidgenössischen Kontingente aus Freiburg und Solothurn – ein Symbol für den Beginn des Prozesses, der 1815 zum Beitritt Genfs zur Schweizerischen Eidgenossenschaft führte.

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Heute

Die Kompanie der Alten Grenadiere von Genf, mit rund 120 Männern, nimmt an patriotischen, historischen und kulturellen Veranstaltungen in der Schweiz und im Ausland teil.

Seit 1969 wird sie von einer Marschmusik begleitet, die ihr ein besonders eindrucksvolles Erscheinungsbild verleiht. Gespielt werden ausschließlich Schweizer oder napoleonische Märsche.

Die Kompanie ist militärisch organisiert und wird von einem Stab geführt. Sie marschiert in folgender Ordnung: Sappeure mit Äxten und weißen Lederschürzen, Fahne mit Eskorte, Tambourmajor mit Trommlerkorps, Musikchef mit Musikern sowie zwei Sektionen von Schützen mit Gewehren Modell 1822 T bis.

Die Gewehre, Schwerter und Säbel im Arsenal sind authentisch und wurden auf europäischen Schlachtfeldern, hauptsächlich in französischen Armeen, eingesetzt. Noch heute erfolgen Manöver und Salutschüsse nach historischen Vorschriften.

Auf Anfrage kann die Kompanie vollständig oder in modularen Abteilungen für öffentliche oder private Veranstaltungen engagiert werden.

Weitere Informationen:

https://www.vieuxgrenadiers.ch/contact

https://www.vieuxgrenadiers.ch/la-compagnie/a-propos 

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