Führung „Zwischen Festung und Schloss“: Chillon offenbart acht Jahrhunderte Verteidigungsgeschichte
Vom mittelalterlichen Felsen bis zu den Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg bieten das Schloss Chillon und das Fort de Chillon eine neue Führung zum Thema Verteidigung an. Unter dem Titel „Zwischen Festung und Schloss” beleuchtet diese einzigartige Erkundung acht Jahrhunderte strategischer Kontinuität an einem der Tore zum Genfer See.
Ein strategischer Schachzug östlich des Genfer Sees
Das Schloss Chillon ist ein Wahrzeichen der Genferseeregion und fügt sich in eine Landschaft ein, die vom Handel und von Verteidigungsfragen geprägt ist. Heute lädt die neue Führung «Zwischen Festung und Schloss» das Publikum zu einer einzigartigen Erkundung zum Thema Verteidigung ein, die das mittelalterliche Schloss mit dem Fort de Chillon verbindet, einem militärischen Bauwerk aus dem 20. Jahrhundert, das in den Berg gegraben wurde.
An der engsten Stelle zwischen See und Gebirge gelegen, bildet die Festung Chillon einen wichtigen strategischen Durchgang auf den Ost-West- und Nord-Süd-Achsen. Von der Kontrolle der mittelalterlichen Handelswege bis zur Überwachung der Eisenbahn- und Straßenverbindungen veranschaulicht Chillon eine einzigartige historische Kontinuität in der Kunst der Befestigung von Gelände.
Vom Mittelalter bis zum nationalen Reduit: eine beispielhafte Kontinuität in der Verteidigung
Der Rundgang beleuchtet die Gründe für die Errichtung des Schlosses auf seinem Felsen, seine enge Verbindung zu den Straßen und dem See sowie die bereits im 12. Jahrhundert konzipierte Verteidigungsanlage. Zur Straße hin ausgerichtete Türme, Wohnräume auf der Seeseite, die savoyische Militärflotte: Jedes Element erinnert daran, dass Chillon ein Instrument der Kontrolle und Abschreckung war.
Jahrhunderte später wurde diese Verteidigungslogik mit dem Bau des Forts von Chillon zwischen 1941 und 1942 fortgesetzt, das Teil der Strategie des nationalen Reduits war. Das Fort von Chillon, das neben Airolo einzigartig in der Schweiz ist, sicherte gleichzeitig die Verteidigung der Eisenbahn-, Strassen- und später auch der Autobahnachsen. An dieser Stelle ist der Landstreifen zwischen Berg und See nicht breiter als vierzig Meter: eine Engstelle, die im Laufe der Geschichte immer weiter verstärkt wurde.
Eine exklusive Besichtigung zwischen geheimen Orten und unterschiedlichen Blickwinkeln
Diese in Zusammenarbeit mit dem Schloss Chillon angebotene Führung richtet sich an Besucher ab 12 Jahren und bietet einen privilegierten Zugang zu selten gezeigten Bereichen. Die Teilnehmer entdecken insbesondere eine Kasematte, die normalerweise für die Öffentlichkeit geschlossen ist, mit ihrem Munitionsaufzug sowie einen Brieftaubenkäfig, der von den militärischen Kommunikationssystemen des 20. Jahrhunderts zeugt. Im Schloss führt der Rundgang durch den Garten und erinnert an dessen strategische Rolle zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, als Soldaten, Maschinengewehre und Sandsäcke das Bauwerk zu einem aktiven Verteidigungsposten des Territoriums machten.
Als Festung und Schloss zugleich ist Chillon eines der eindrucksvollsten Beispiele für die historische Kontinuität im Bereich der Festungsbaukunst in der Schweiz und kann nun in einem neuen Licht entdeckt werden.
Führungen auf Französisch am Sonntag, 15.03., 17.05., 19.07., 13.09. und 15.11., jeweils von 10:30 bis 11:50 Uhr.
Preis: 30.- Erwachsene (ab 16 Jahren) / 22.- Kinder (12-15 Jahre) / 24.- Mitglieder der Association des Amis de Chillon und Mitglieder der Association des Amis du Musée du Fort de Chillon,
